Winterliches Panorama über Tromsø

Hoch hinaus in Tromsø

Während unserer Reise mit AIDAsol hatten wir zwei Tage die Chance die größte Stadt im Norden Norwegens zu entdecken und näher kennenzulernen.
Tromsø wird nicht grundlos auch „Das Tor zur Arktis“ oder „Das Paris des Nordens“ genannt. Durch seine Lage oberhalb des Polarkreises kann man hier alles erleben, was man sich von einer Reise in den hohen, verschneiten Norden vorstellt.

Auf dem Weg zum nächsten Hafen

Wir haben uns vor unserer Reise für den Ausflug „Malerischer Ausblick und Panoramafahrt“ über AIDA entschieden. Die Kosten liegen hier bei ca. 65 EUR pro Person.
Besonders reizvoll fanden wir die Kombination die Umgebung kennenzulernen und gleichzeitig aber auch die tief verschneite Winterlandschaft auf dem Hausberg erleben zu können.

Geplant war zunächst eine 45-minütige Panoramafahrt über die Insel Tromsoya, durch das Stadtzentrum über die Brücke hin zur Fjellheisen Seilbahn.
Nach einem ca. einstündigen Aufenthalt auf dem Hausberg Storsteinen sollte es dann abschließend noch zur Eismeerkathedrale gehen. Für uns gab es also alle Highlights in einem Ausflug.

Gut oben angekommen

Der Liegeplatz unserer AIDAsol lag in Breivika, etwa vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Wer keine Lust auf einen Fußmarsch hatte, konnte den Shuttlebus von AIDA für ca. 10 EUR pro Person oder den öffentlichen Bus in Anspruch nehmen.
Leider passt AIDAsol durch ihre Höhe nicht mehr durch die Brücke, um den etwas kleineren Liegenplatz direkt im Stadtzentrum anzusteuern.
Nichtsdestotrotz konnte man vom Schiff aus den herrlichen Blick auf die Eismeerkathedrale, den Storsteinen und die anderen verschneiten Berge genießen.

Panoramafahrt über die Insel Tromsoya

Obwohl das Wetter nicht so mitspielen wollte und der Himmel trüb war, starteten wir unsere Tour mit unserem Reiseleiter Justin bei bester Stimmung. Wir waren einfach nur glücklich endlich im hohen Norden angekommen zu sein und freuten uns auf alles, was noch kommen sollte.
Zunächst steuerten wir in Richtung Krankenhaus, das in Tromsø mit ca. 6500 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Stadt ist.
Dieses befindet sich nur unweit des Hafens entfernt und war auch von AIDAsol am Hang sehr gut zu erkennen.

Malerischer Ausblick von Hausberg

Durch die geringe Besiedelung in Norwegen ist das Krankenhaus das einzige seiner Art in Nordnorwegen. „Das ist so, als wenn sich Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern und Schleswig Holstein eine Klinik teilen“ erklärte uns Justin.
Nicht wenige Einwohner nehmen also eine ziemlich lange Anfahrt in Kauf um die dementsprechende medizinische Behandlung zu erhalten.
In den kleineren Orten gibt es demnach nur kleinere Notfallambulanzen für die Erstversorgung. Bei uns in Deutschland ist dies unvorstellbar.
Nur unweit von der Klinik entfernt befindet sich die Universität von Tromsø. Sie ist die Nördlichste der Welt und bietet Studenten eine interessante Auswahl an Studienfächern. So gibt es z.B. ein Forschungszentrum auf Spitzbergen.
Generell hat die Universität einen hohen Stellenwert in Tromsø, da man die jungen Menschen in der Stadt halten möchte. So kam auch Justin hier her um sein Auslandssemester in Tromsø zu absolvieren.

Der Blick von oben auf die Kathedrale und die Brücke

Aber nicht nur die Universität ist die nördlichste der Welt. So gibt es in Tromsø auch die nördlichste Brauerei und den wohl nördlichsten Burger King der Welt.

Wir fuhren einmal quer über die Insel und bestaunten die Schneeberge am Straßenrand. Für uns kaum zu glauben, dass gerade Tauwetter war. Schließlich hatten wir, da Tromsø unser erster Hafen ganz oben im Norden war, so viel Schnee vorher noch nie gesehen.
Von Anfang an waren wir fasziniert von der Stadt und von ihrer Nähe zur Natur. Und dies sollte erst der Anfang sein.

Unser Weg führte uns Richtung Flughafen, der ebenfalls der größte in Nordnorwegen ist. Es gibt Direktflüge nach Deutschland, aber auch auf die Balearen und Kanaren. „Denn besonders im Winter während der Polarnacht möchten die Norweger Sonne im Süden tanken“.
Ansonsten ist die Infrastruktur nicht so ausgeprägt wie in Deutschland. Die Norweger nutzen die Hurtigruten um in andere Städte zu gelangen. Die Fährverbindung reicht vom Südwesten in Bergen bis an die russische Grenze nach Kirkeness.

Als wir das Stadtzentrum erreichten fuhren wir am Polaria vorbei, einem erlebnisorientierten Museum rund um das Polargebiet. Durch seine Bauweise sticht es sofort ins Auge und lädt dazu ein in eine andere Welt einzutauchen.

Schließlich erreichten wir die Tromsø-Brcke, die Tromsoya mit dem Festland verbindet. Sie befindet sich nur unweit des Stadtzentrums entfernt und wird sowohl von Einheimischen, als auch von Touristen häufig genutzt.
Da Tromsø über ein ausgedehntes Tunnelsystem verfügt, gibt es auch auf diesem Weg die Möglichkeit auf das Festland zu gelangen.
Wir haben nicht schlecht gestaunt als wir einen unterirdischen Kreisverkehr entdeckt haben. Hier sollen sich laut unserem Reiseleiter auch schon einige Touristen verfahren oder für einen Stau gesorgt haben. Schwierig wird es dann, wenn das Navi sagt, dass man geradeaus fahren soll und den Kreisverkehr übersieht…

Malerischer Ausblick über Tromsø

Nach unserer Panoramafahrt und mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck kamen wir nach kurzweiligen 45 Minuten am Fuße des Storsteinen an. Von dem etwa 421 Meter hohen Hausberg genießt man eine herrliche Aussicht über Tromsø und die Umgebung. Die Fahrt mit der Seilbahn dauert nur wenige Minuten und eignet sich auch für ängstlichere Passagiere.

ca. 2 Minuten dauert die Fahrt mit der Seilbahn

Da in der Kabine fast 30 Menschen Platz finden und sie deshalb recht groß ist merkt man die Fahrbewegung kaum.
An der Bergstation angekommen hatten wir die Möglichkeit die Aussicht von der Aussichtsplattform, aber auch vom tief verschneiten Außenbereich zu genießen.
Hierfür zogen wir uns unsere mitgebrachten Spikes an, da die Bereiche zum Teil vereist waren.
Unser erster Eindruck war überwältigend. Man sah in der Ferne schneebedeckte Gipfel und durch das trübe Wetter lag eine mystische Stimmung in der Luft. Die Ausflugsbeschreibung „Malerischer Ausblick“ konnten wir absolut nachempfinden.
Die Landschaft war so wunderschön und die Sicht reichte sogar bis zu unserer Kussmundschönheit AIDAsol. Ein wirklich toller Ausblick.

Das Lächeln reicht bis über den Teich

Wir waren so beeindruckt, dass die Zeit nicht mehr reichte um das kleine, familiäre Cafe in der Bergstation zu besuchen. Dafür waren wir auf dem Spielplatz zu Gast, von dem allerdings vor lauter Schnee nicht mehr viel zu sehen war. Von der Rutsche sah man nur noch das Dach des Turms herausstechen und die Schaukel wurde ebenfalls vom Schnee verschluckt.
Anhand dessen konnten wir nur erahnen auf welchen Schneemassen wir da gerade standen.

Wie es immer so ist ging die Zeit auf dem Storsteinen viel zu schnell vorbei und nur wenige Minuten später saßen wir glücklich im Bus mit Kurs auf unseren letzten Halt: Die Eismeerkathedrale

Zu Gast an der Eismeerkathedrale

Die Eismeerkathedrale befindet sich auf dem Festland am Fuße des Hausberges Storsteinen und wurde 1965 erbaut.
Während Justin wieder eine Vielzahl an Infos über dieses besondere Bauwerk mit uns teilte hatten wir die Möglichkeit die Eismeerkathedrale aus der Nähe zu betrachten. So erzählte er uns, dass der Architekt mit der besonderen Bauweise die Polarlichter, die Polarnacht und das Eis symbolisieren wollte.

Die symbolisch aneinandergereihten Eisschichten

Zudem ist die Eismeerkathedrale eigentlich gar keine Kathedrale, sondern ein Gotteshaus. Heutzutage finden dort durch die gute Akustik hauptsächlich Konzerte sämtlicher Art statt.
Der Eintritt in den Innenraum kostet momentan 55 Kronen (ca. 5,50 EUR).
Dieser war bei unserem Ausflug nicht enthalten und aufgrund des kurzen Zeitfensters haben wir uns gegen die Besichtigung entschieden.

Es gibt allerdings auch Ausflüge, bei denen man deutlich mehr Zeit zur Erkundung der Eismeerkathedrale hat und der Eintritt bereits inbegriffen ist.
Bei unserer Panoramafahrt ging es eher darum einen ersten Eindruck von ihr zu bekommen und damit waren wir absolut zufrieden.

Unser Fazit

Wir haben diesen Ausflug ausgewählt um die Highlights von Tromsø in kurzer Zeit kennenzulernen und waren sehr angetan.
Es gibt so viele Dinge im hohen Norden zu entdecken, sei es Husky- oder Rentierschlittenfahrten, Polarlichtersafaris und Ausflüge in die Natur oder die Städte. Das Angebot ist unheimlich groß und manchmal fällt es schwer die Ausflugswünsche mit der Liegezeit unter einen Hut zu bekommen.

Der gewählte Ausflug fand direkt am ersten Tag nachmittags kurz nach Ankunft in Tromsø statt. Somit konnten wir direkt einen tollen Überblick über die Stadt bekommen.
Auch die Freizeit auf dem Hausberg, sowie der kurze Stopp an der Eismeerkathedrale fanden wir ausreichend.
Möchte man jedoch die Sehenswürdigkeiten oder die Stadt „näher“ kennenlernen empfehlen wir einen anderen Ausflug zu buchen oder auf eigene Faust loszuziehen.

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