Grünes Licht fürs Eishotel in Alta

Neben der winterlichen Landschaft und der Kultur der Sami liefert das unterschätzte Örtchen Alta noch durchaus weitere Überraschungen. So zogen wir weiter los in die Faszination Finnmark.
Hier im Norden Norwegens mag zwar auch eine Menge Natur sein, allerdings erhoffen sich hier die meisten unter uns ein anderes grünes Band: Strahlend und mystisch am Nachthimmel. Aus diesem Grund machten wir uns in einem abendlichen Ausflug mit dem Bus und Ausflugsleiter Olli immer der E45 entlang auf zum Camp Paeskatun.

Blick vom Paeskatun

Dort findet man kleine Holzhütten zum Wärmen oder dem Erwerb von Souvenirs vor, kann es sich im Lavvu-Zelt gemütlich machen, oder einfach den Blick gen Himmel richten und den Finger knipsbereit am Kameraauslöser halten, falls es mit den Sonnenwinden gut steht und die grünen Polarlichter wie von Geisterhand einen grünen Vorhang über den Sternenhimmel werfen.

Auf dem Pooldeck wird getanzt

Das einzige Manko bei unserem Ausflug: Da er über die Reederei gebucht war, gab es auch einen strikten Zeitplan. So mussten wir uns in Richtung Rückfahrt in Gang setzen, als sich die Polarlichter gerade zum Tanz auffordern wollten. So fuhren wir also zum (bis dahin) besten Zeitpunkt wieder zurück zum Schiff. Eine 30-minütige Busfahrt später war das Naturschauspiel auch schon wieder vorbei.
Kaum waren wir auf der Kabine angekommen und wollten ins Bettchen hüpfen, standen die Sterne plötzlich wieder gut und es zogen starke, grüne Vorhänge über den Horizont. Mit der Kamera unterm Arm stolperten wir Richtung Aufzug, banden uns die Schuhe während der Fahrt zu und standen ein paar Momente später schon wieder im Freien auf dem Pooldeck um das Schauspiel in voller Pracht erleben zu können. Für etwas mehr als eine Stunde konnten wir nun auf gelungene Schnappschüsse und ewig bleibende Erinnerungen der mystisch-schönen grünen Schleier hoffen.

Blue Igloo zum Warm-up

Eine Mütze Schlaf später haben wir uns zum Abschluss noch das Eishotel „Sorrisniva Igloo Hotel“ angesehen. Dies liegt mit dem Bus ca. 20-30 Minuten vom Hafen entfernt, einen Schneeballwurf von Paeskatun entfernt. Auch hier wurden wir wieder charmant begleitet und hatten Valerie aus Deutschland mit an Bord.

Am Hotel angekommen übersetzte sie die warmen Willkommensworte des 80-jährigen Igluinnenraumdesigners. Er hat es nunmehr über 20 Jahre gemacht und geht nach diesem Eishotel in 2022 in seinen wohlverdienten Ruhestand. Das Werk seines Schaffens, die Igluvariante 2021/22, konnten wir im Anschluss nach dem Durchschreiten des hölzernen Eingangsportals näher betrachten: Neben den „normalen Zimmern“, erschufen die Macher innerhalb von fünf Wochen noch sechs Suiten, eine großzügige Lobby, eine Kapelle und eine Bar. Gebaut ist das Iglu aus nachhaltigem Eisanbau im benachbarten See – dies gewährleistet, dass alles aus Eis kristallklar erscheint. Neben diesen Räumlichkeiten ist das Hotel mit „Wandmalereien“ und Skulpturen liebevoll gestaltet. Die Saison ist je nach Witterungsverhältnissen von der Weihnachtszeit bis März.

Nachdem wir die tiefgekühlten Räumlichkeiten besichtigt hatten, zog es uns interessehalber auch einmal an die kristallblau leuchtende Bar. Da im Hotel eine konstante Temperatur von -5°C angestrebt wird, ist es ratsam sich entweder sehr gut einzupacken oder sich mit dem Blue Igloo Shot von innen heraus zu wärmen oder – einfach beides in Kombination. Im rechten Teil des Iglus befand sich die Kapelle; Diese wird weniger für die Auslebung des Glaubens, sondern vielmehr für diejenigen genutzt, die eine ganz besondere Trauung feiern möchten.

Im Anschluss an die Besichtigung nutzten wir noch die Zeit für weitere Fotos und um uns das gegenüberliegende Hauptgebäude mit Café, Saunen, Umkleidemöglichkeiten und Souvenirshop anzusehen. In diesem „richtigen Gebäude“ können die Iglu-Hotelgäste ihre Sachen verstauen oder entspannt Wellness und Kulinarik genießen.

Neben der normalen Besichtigung gibt es auch die Tour mit Übernachtungsmöglichkeit oder einer Fahrt mit dem Schneemobil. Immerhin Probesitzen konnten wir schon einmal, sollten wir dem Eishotel wieder einmal einen Besuch abstatten, wird sicherlich auch der Motor für uns einmal aufheulen und uns durch die vereiste Landschaft tragen.
Nach einer Stunde Besichtigung watschelte unsere Ausflugsgruppe über das Eis zurück zum Bus uns es zog uns wieder quer durch Alta und seine bezaubernde Landschaft zurück zum Schiff.

Steht ihr doch ganz gut, oder? 😉

Der Ausflug zum Paeskatun hat insgesamt ca. 100 EUR pro Person gekostet und der Ausflug mit dem Bus zum Eishotel ca. 90 EUR pro Person. Das Eishotel werden wir sicher wieder besuchen, auf Polarlichterjagd würden wir beim nächsten Mal über einen freien örtlichen Anbieter gehen wollen.

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