Belize: Mayastätte Lamanai

Schon lange hatten wir uns darauf gefreut, nun sollte es auf dieser Traumreise zu einem weiteren Highlight kommen, welches man in jedem Fall besuchen sollte, sofern man die Chance dazu hat. Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir den Ausflug bereits von zu Hause aus über die Reederei gebucht, um die antiken Bauwerke der Maya auf jeden Fall einmal gesehen zu haben.
Unsere Wahl ist auf die Stätte Lamanai in Belize gefallen, da dort für uns die Mischung aus Busfahrt, Speedboat-Fahrt und Aufenthaltsdauer im zeitlichen Umfang des Ausflugs und dem Preis-Leistungs-Verhältnis einfach am überzeugendsten war. Das Land Belize liegt im Südosten der Halbinsel Yucatan und ist dementsprechend wie etwa der Nachbarstaat Mexiko stark von der Mayakultur beeinflusst. Im zentralen Amerika ist Belize der einzige Staat mit englisch als offizieller Amtssprache. Zwar ist Belize ein unabhängiger Staat, Oberhaupt des Landes, das von knapp unter 400.000 Einwohnern bewohnt wird, ist aus weiter Ferne Queen Elizabeth II.

Auf dem Weg zu den Speedbooten

Unser Ausflug startete pünktlich mit einer Fahrt im Tenderboot. An Land angekommen durfte das Begrüßungsfoto nicht fehlen und schon ging es weiter ein paar Meter am Hafengelände Richtung Bus. Wie in der Karibik nicht unüblich, werden in Belize auch gern die stilechten alten Schulbusse aus den USA genutzt. Hier auch wie immer daran denken: Die Klimaanlagen der Busse sind sehr stark und können entweder ON oder OFF – Fenster lassen sich aufgrund der Beschaffenheit der Busse auch nur bedingt öffnen. Wir haben uns mit unserem Guide und dem Fahrer darauf verständigt, dass wir auf die Klimaanlage auf der ca einstündigen Fahrt verzichten möchten und lieber auf die zu öffnenden Fenster zurückgreifen würden.

So bahnten wir uns unseren Weg durch die grüne Landschaft hin bis zu unserem Treffpunkt, der für uns gleichermaßen Pausenstopp mit landestypischer Verpflegung in Form eines Buffets, als auch die Anschlussstelle für die Weiterfahrt im Speedboat darstellte.

kleine Stärkung

Frisch gestärkt konnten wir nun unsere Fahrt mit dem Speedboat Richtung Lamanai fortsetzen. Wie auf dem Kreuzfahrtschiff auch, war es auch hier eine durchaus gute Idee einer möglichen Seekrankheit mit etwas Arbeit für den Magen vorzubeugen. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 50km/h schossen wir nun nur so durch den „New River“, eine 48km lange Inlandlagune im Herzen Belizes, um unsere Strecke von ca. 40km quer durch den Regenwald auf eine ganz besondere Art und Weise zu erleben. Mit etwas Glück kann man während der Fahrt ein paar der einheimischen Tierarten am Ufer, in den Bäumen oder gar im Wasser entdecken. Aufgrund der lauten Motorengeräusche werden allerdings sicherlich die Vielzahl der Lebewesen eher ruhigere Plätzchen bevorzugen, während wir Touristen in unseren Booten vorbeischießen.

in Windeseile über den New River

Auch hier wurde uns gesagt, dass die Fahrt ca. eine Stunde dauern sollte, jedoch vergeht diese im wahrsten Sinne „wie im Flug“. Nach der rasanten Fahrt legten wir nun endlich an: Welcome to Lamanai! Über den kleinen Anleger hinweg erreichten wir den Wegweiser und den dahinterliegenden „Eingang“ in den Regenwald. Die Reise über den New River ist übrigens der einzige Weg die Mayastätte zu erreichen, da diese gut versteckt im Herzen der Natur erbaut wurde. Dies ist wohl auch der Grund, dass diese Stätte als eine der am längsten besiedelten gilt, bei zeitweise in Spitzenzeiten mehr als 20.000 Einwohnern auf 460 Hektar in ihrer 3.000 jährigen Geschichte.

Ankunft in Lamanai
Wegweiser durch die Mayastätte und den Regenwald

Nach einer kurzen Einführung durch unseren Guide, bahnten wir uns unseren Weg durch den Regenwald.

Welcome to the jungle

Die erste Station unserer Runde war der Halt am „Mask Temple“. Dieser ist eher einer der kleineren Tempel, jedoch dafür einer der am besten dekoriertesten. Bei frontaler Ansicht zieren ihn auf der linken und der rechten Seite um die vier Meter hohen Masken die an ehemalige Könige der Maya erinnern sollen.

Der Maskentempel

Weiter ging unsere Erkundung immer den Ohren nach, Richtung Jurassic Park. Aber nein, hier lauerten keine gefährlichen Dinosaurier auf uns, sondern lediglich deren Synchronsprecher für die Filme. Auf dem Weg zum „High Temple“ wurden wir von den kleinen Brüllaffen begleitet, die dort in den Bäumen wohnen und die Aussicht auf den höchsten Tempel der Stätte zu einer noch viel unvergleichlicheren Kulisse, als ohnehin schon, machen. An einer großen Lichtung erreichten wir ihn nun: den High Temple der auch „El Castillo“ genannt wird. Mit seiner Höhe von 33m scheint seine Spitze über dem Regenwald zu thronen. Erklimmt man die Pyramide, kann man von oben eine unglaubliche Aussicht über den spektakulären Regenwald und den New River genießen, je nach Wetterlage hat man übrigens auch eine hervorragende Sicht auf Mexiko oder Guatemala.

Der High Temple
Treppensteigen im „Jurassic Park“
steile Treppen
über den Baumkronen des Regenwalds

In der Begleitung der Geräuschkulisse und der eher seltenen Gelegenheit eine Pyramide der Maya zu sehen, sollte man in jedem Fall die Chance ergreifen und den High Temple erklimmen. Für den ersten Teil nutzt man hierzu die neue Behilfstreppe an der Seite der Pyramide, die letzten Stufen allerdings sind die steilen Originalstufen. Der Weg nach oben aber lohnt sich! Doch immer daran denken: Was man hochläuft muss man auch wieder runterlaufen – hierzu empfiehlt es sich übrigens zur eigenen Sicherheit und für mehr Stabilität die Steinstufen seitlich oder rückwärts hinabzusteigen.

Der kleine Ballspielplatz
Der Stein in der Mitte des Spielfelds

Wieder sicher unten angekommen überquert man die Lichtung und findet sich an der alten Spielstätte wieder. Der Ballspielplatz vor Ort ist einer der kleinsten Plätze seiner Art, der jemals gefunden wurde. In der Mitte des Spielfelds liegt ein runder Stein, der das Zentrum des Feldes markiert. Dieses Spiel stellte damals eine sehr beliebte Unterhaltung im Volk der Mayas dar und hatte außerdem eine rituelle Funktion. Die Gewinner des Spiels wurden als Helden gefeiert und die Verlierer in der Regel an die Götter für Gesundheit, Wohlstand oder eine gute Ernte als menschliches Opfer gebracht.

Der Jaguar Temple…
…mit verschiedenen Verzierungen auf der untersten Stufe

Am Ende des Spielfelds trifft man schließlich auf den dritten Tempel Lamanais, den neunstufigen „Jaguar Temple“. In verschiedenen Abschnitten des 22m hohen Tempels lassen sich diverse Jaguardekorationen erkennen, denen der Tempel seinen Namen verdankt. Am besten ist dieses Merkmal, das Gesicht des Jaguars, an den Ecken der unteren Stufe der Pyramide zu erkennen.

Nach der Runde durch den Regenwald und der Besichtigung der Mayabauten, hat man auf dem Weg zurück zum Anleger die Möglichkeit regionale Souvenirs zu erstehen. Die erneute Fahrt mit dem Speedboat ist nun der erste Schritt auf dem Weg zurück. Noch einmal umsteigen in den Bus, eine Stunde fahren und schon hat man die Hafenpromenade wieder erreicht. Offiziell ist der Ausflug in der Regel ab diesem Punkt beendet, da hier getendert wird und man sich die Überfahrt, je nachdem ob man vor Ort noch etwas Zeit verbringen möchte, selbst wählen darf. Auch wir hatten uns dazu entschieden, nicht direkt zurückzufahren, da es es entlang des Wassers noch jede Menge Möglichkeiten gibt Erinnerungsstücke zu erwerben oder Land und Leute kennenzulernen.

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