Gran Canaria – Eine runde Sache

Auf unserer Transreise von den Kanaren nach Mallorca spürten wir schon früh am Morgen die Bugstrahlruder und unsere Nacht war vorbei. Pünktlich um 5 Uhr morgens legten wir also in Las Palmas auf Gran Canaria an und die ersten Gäste gingen von Bord.
Sind wir erst wenige Tage zuvor angereist, hieß es für viele Passagiere Abschied nehmen von unserer Kussmundschönheit.

Dementsprechend voll war es auch beim Frühstück und für mich war es ein komisches Gefühl auf dem Schiff bleiben zu können. Normalerweise kam dann bei mir auch immer Abreisestimmung auf, doch wir sollten noch weitere sieben unvergessliche Tage vor uns haben.
Direkt nach dem Frühstück gingen auch wir von Bord, schließlich wollten wir unsere selbst geplante Tour über die Insel direkt starten.

Zwar scheint es dem Namen nach so, als wäre Gran Canaria die größte der kanarischen Inseln, dies ist jedoch ein Trugschluss, da sie mit ihren 1.560km² nach Teneriffa und Fuerteventura „nur“ drittgrößte Insel der Inselgruppe ist.
Westlich von Afrika gelegen, liegt sie auch zwischen den beiden Schwesterinseln Teneriffa und Fuerteventura und ist politisch dem Land Spanien zugeordnet.
Wie die meisten Kanaren, hat auch Gran Canaria ihren Ursprung durch vulkanische Einflüsse, deren Resultate man auch heutzutage noch auf den kanarischen Inseln bestaunen kann.

Der Hafen von Gran Canaria

Gran Canaria auf eigene Faust

Das Wetter war am Morgen eher bewölkt und noch nicht einmal 20 Grad warm, weshalb ich mich dazu entschied keine Kopfbedeckung einzupacken. Da das Wetter auf den Kanaren jedoch sehr wechselhaft sein kann, ist meine Empfehlung sich dennoch auf alle Eventualitäten vorzubereiten!

Die Autovermietung unseres Anbieters fanden wir am Terminal im direkt gegenüberliegenden Gebäude, was definitiv sehr praktisch war. Wir freuten uns, denn der Plan nicht lange anzustehen, ging auf. Nur ein weiteres Paar war noch vor uns, bis wir unser Auto, einen Opel Grandland, in Empfang nehmen konnten. Außerdem bekamen wir noch eine Landkarte und einen Audioguide, um viele Informationen über die vielfältige Insel der Kanaren zu bekommen. 
Nach uns kamen noch weitere Passagiere die ohne Reservierung ein Auto mieten wollten; Allerdings waren keine Fahrzeuge mehr verfügbar, weshalb es sich in der Tat empfiehlt, unbedingt vorher einen Wagen zu reservieren. Im Übrigen kann man kostenlos stornieren, sollte der Hafen nicht angelaufen werden können. Für unseren Mietwagen haben wir wie auf allen anderen Inseln auch 55 Euro für den gesamten Tag gezahlt.

Unser Fahrzeug für den Tag

Die Dünen von Maspalomas

Mit fahrbarem Untersatz konnte unsere Entdeckungstour über die kreisförmige Insel endlich starten. Unser erstes Ziel: Maspalomas

Da unser Auto über kein Navigationssystem verfügte, stellte sich recht schnell die Frage, wo es in Richtung Süden ging. Doch wir fanden dann doch noch relativ schnell den Weg auf die Autobahn. Für den Notfall hätten wir auch immer noch auf unsere Smartphones zurückgreifen können. 
Nachdem wir uns durch einen unfallbedingten Stau gekämpft hatten, kamen wir endlich nach rund einer Stunde Fahrt entlang der Küste auf der Autobahn GC, in einem der beliebtesten Ferienorte an. In einem Parkhaus in der Nähe der Sanddünen konnten wir noch einen der letzten Parkplätze ergattern, ehe ein paar Minuten später auch dort alle Parkplätze besetzt waren. Die Parkgebühren sind im Verhältnis zu den deutschen Preisen recht überschaubar. 
Kaum aus dem Auto gestiegen, fiel uns auf, dass es auf einmal richtig warm wurde und die Sonne ihre volle kanarische Stärke bewies. Plötzlich wettermäßig also genau das Gegenteil zu unserer wolkenverhangenen Startdestination Las Palmas.
Auf Gran Canaria ist es allerdings so, dass der Süden der Insel immer etwas wärmer und trockener ist, als der Norden. Das wussten wir vor Reisebeginn auch noch nicht. 

Vorbei an einigen Hotels kamen wir den Sanddünen und auch dem Naturreservat, wo sich viele Ökosysteme befinden und viele Tierarten ein Zuhause gefunden haben, immer näher und waren erstaunt über die Natur und die Berge im Hintergrund. Spätestens hier kann man starten einige schöne Motive von den Sanddünen und der Umgebung einzufangen.   
Grundsätzlich war es sehr beeindruckend die Sanddünen und das kristallklare Meer zu sehen, doch uns war Maspalomas einfach viel zu überlaufen. Bereits am frühen Vormittag war es am Strand sehr voll und zahlreiche Verkäufer wollten ihre Taschen und sonstiges Waren zum „Schnäppchenpreis“ anbieten.
Den Rückweg gingen wir den Strand am Wasser entlang, um noch einen letzten Blick auf die malerische sandfarbene Kulisse und den Leuchtturm von Maspalomas zu werfen.

Angekommen in Maspalomas
Der erste Blick auf die Sanddünen
Der weite Strand und der Leuchtturm
Blick ins endlose Blau

Puerto de Mogán – Venedig auf Gran Canaria

Zum nächsten Ziel gelangt man mit dem Auto in nur rund 30 Minuten. Nachdem wir zahlreiche Tunnel durchquerten, erreichten wir den kleinen Fischerort Puerto de Mogán, der auch als das „Venedig Gran Canarias“ bekannt ist. Dieser Ort hat uns alle überrascht. So viele Blumen, so bunte Häuser und so klares Wasser im kleinen Hafen. Dort stimmte einfach alles. 
Wir parkten in einer Seitenstraße etwas außerhalb direkt am Ortseingang am Radisson Blu Hotel und konnten so auch die Parkgebühren sparen. In Hafennähe befindet sich zwar auch ein Parkplatz, dieser ist jedoch in der Regel überfüllt und auch nichts für die Sparfüchse unter uns.

Fußläufig konnten wir den Hafen von unserem Parkplatz aus in etwa 15 Minuten Fußweg erreichen. Wir gingen durch die plötzliche Hitze und genossen gleichzeitig die farbenfrohe Blütenpracht an den Straßenrändern.
Wirklich überwältigt waren wir von dem Yachthafen und dem klaren Meer. Sogar die Fische konnten wir dort ganz genau beobachten.
Fernab vom Tourismus gibt es dort übrigens auch einige kleine Gassen, die nicht so sehr überlaufen sind. Genau diese haben wir uns dann angeschaut und waren uns schnell einig, dass Puerto de Mogán das Highlight des Tages war. 
Auf dem Rückweg Richtung Auto kamen wir an einem Supermarkt vorbei und kauften noch ein paar Getränke und ein paar kreislaufankurbelnde zuckerhaltige Snacks. Vor der Weiterfahrt empfiehlt es sich im benachbarten Einkaufscenter noch einmal das sehr gepflegte Örtchen aufzusuchen. 

Da wir uns am Morgen schon die Dünen und den Strand angesehen haben und mittags dann den Fischerort, wollten wir unbedingt noch ins Hinterland uns die tolle Berglandschaft anschauen.
Genau diese Vielfalt auf Gran Canaria ist so wahnsinnig schön. Es entstehen einfach herrliche Kontraste zwischen Meer und Berglandschaft, Fischer- und Bergdörfer. Die Insel ist nahezu zweigeteilt und das gilt nicht nur für das Klima. 

Der Weg Richtung Hafen…
… in strahlenden Farbenprachten
Ankunft in Puerto de Mogán
Wegen der Gassen und Kanäle…
… das Venedig des Südens
Klarer Blick auf den Grund
Der Hafen…
… mit Blick auf die Berge

Beschauliche Berglandschaft

Von Puerto de Mogán aus sollte uns unsere weitere Reise hoch hinaus führen. Schon am Morgen in Maspalomas konnten wir erahnen, wie steil es hinauf gehen wird und jetzt wurden wir Zeugen von engen Straßen und tiefen Schluchten. Die Fahrt erfordert in jedem Fall volle Konzentration. Nachdem wir einige Kilometer hinter uns gebracht haben und gleichzeitig auch den ein oder anderen Höhenmeter erklommen hatten, hielten wir an einem Aussichtspunkt an, der sich auf dem Weg nach Fataga befand. Von dort aus konnte man unter anderem auch die Sanddünen und Maspalomas noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive genießen. Die Aussicht war wirklich gigantisch.

Da es aber doch noch ein ganzes Stück bis Fataga war, entschieden wir uns letztendlich doch dazu uns auf den Rückweg zu machen, da unsere Tour bis hierhin bereits einige Zeit in Anspruch genommen hatte.
Wer die Tour etwas schneller macht oder andere Orte erkunden möchte, kann neben Fataga auch noch einen Besuch im botanischen Garten auf seine Liste schreiben.

Ein herrlicher Aussichtspunkt
Der hohe Blick auf Maspalomas
Strand, Sanddünen, Berge – Vielfalt der Insel
Die engen Straßen zwischen Berg und Tal
Der Blick in die Ferne

Rückweg und Ankunft am Schiff

Auch der Rückweg bis zum Schiff sollte von dort aus noch einmal rund 60 Minuten dauern.
Da nach Rückfahrt, Volltanken, Rückgabe des Wagens und Sicherheitskontrolle bereits die Abendstunden angebrochen waren, kehrten wir im Brauhaus ein, um unsere Kraftreserven bei einem schmackhaften Abendessen zu füllen: Wie immer gab es die leckere Brauhausente.
Um 21:00 Uhr wartete dann noch eine weitere Pflichtveranstaltung auf uns: Die Seenotrettungsübung. Sieben kurze Töne und ein langer Ton, mittlerweile war das nichts Neues mehr für uns. Da auf Gran Canaria die meisten Gäste neu hinzukamen, hatten wir das „Glück“, nachdem wir auf Teneriffa bereits die Sicherheitseinweisung hatten, auch an diesem Tag noch ein weiteres Mal auf dieser Reise an der Übung teilzunehmen.
Auch die obligatorischen Fotos in der Kabine in der Rettungsweste durften natürlich nicht fehlen. Wir mussten zur Musterstation B gehen und durften an den Plätzen in der Tapas Bar Platz nehmen. Zwei Ansagen und 20 Minuten später war es dann auch schon wieder vorbei mit der Pflicht und wir hatten nun endgültig Urlaub. 
Und so ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Viel Zeit zum regenerieren blieb uns allerdings nicht, denn bereits ein paar Stunden später, noch ehe die Nacht vorbei war, machten wir schon in Lanzarote fest.

Fazit

Im Vorfeld der Reise habe ich mich sehr auf Gran Canaria gefreut. Zu sehr beeindruckt haben mich die Sanddünen von Maspalomas und die spektakuläre Natur. Im Nachhinein hat mir der Tag sehr gut gefallen, doch um diese große Insel wirklich zu erkunden braucht man wahrscheinlich mehrere Tage.
Umso schöner war es, dass wir mit Puerto de Mogán ein echtes Highlight der Insel erlebten. Man merkte definitiv, dass Gran Canaria eine beliebte Touristeninsel ist. An den meisten Orten war es sehr voll, was zum Teil echt anstrengend geworden ist. Das hatten wir auf Fuerteventura anders erlebt.

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