Nordkap: Die Nacht zum Tag machen

Stille Nacht, helle Nacht

Wir können uns einen weiteren Traum erfüllen und das Ziel „Nordkap“ besuchen. Erst spät am Abend erreichten wir den Hafen von Honningsvåg, von Sonnenuntergang oder Dunkelheit keine Spur.
Für einen ersten Überblick und ein paar Fotos gingen wir von Bord. Viel gibt es hier im Ort leider nicht zu sehen, die Highlights an diesem überschaubaren Hafen waren der überdimensionale Troll und der dahinterliegende Souvenirshop.
Gegenüber des Shops fanden wir außerdem einen Steg, der sich für schöne Fotos mit Blick aufs Schiff wunderbar eignet. Fußläufig sah es ansonsten danach aus, als gäbe es nicht viel mehr in der näheren Umgebung zu entdecken, weshalb wir bis zum Start des Ausflugs fürs Erste zurück an Bord gingen.

Ein kleiner Troll am Hafen, ca. 23:00 Uhr

71° 10′ 21″

Gegen 01:00 Uhr startete unser Ausflug zum Nordkap. Ob es sich lohnt sich tagsüber noch einmal hinzulegen und etwas vorzuschlafen muss jeder für sich selbst entscheiden, so ist ja jeder unterschiedlich. Nach „Vorschlafen“, Anlegen, erster Erkundung und kleiner Stärkung machten wir uns endlich auf den Weg zu unserem Ausflugsbus. Durch malerische Landschaften, vorbei an Seen und Abhängen, weiten Feldern mit „geweihten“ Bewohnern zog es uns ca. 30 km durch die Ländereien der Trolle.

The world in your hands
Der berühmte Globus
Foto im großen Andrang des Wahrzeichens

So langsam wurde es in unserem Bus unruhig, denn bald fuhren wir auf ein modernes Bauwerk zu, ausgestattet mit einem gut gefüllten Parkplatz. Wir hielten also endlich vor den „Nordkapphallen“.
Dem Strom an Menschen hinterher liefen wir links um sie herum und konnten aus der Ferne bereits das beliebte Wahrzeichen dort entdecken und aus sicherer Entfernung die ersten Schnappschüsse wagen.
Für einen Moment gelang es uns somit, die Welt ganz allein in den Händen zu halten. Je näher man dem Globus kommt, desto mehr Menschen muss man um ihn herum in Kauf nehmen. Für das perfekte Foto ist also nicht nur Petrus, sondern auch ein gutes Timing mit einer Prise Geduld von Nöten – doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, wenn man doch schon einmal die seltene Chance hat, einen solchen Ort zu besuchen.
Unweit der Klippe mit Globus schaut man auf eine Landzunge die laut unseren Guides den wirklich nördlichsten Punkt des europäischen Festlands darstellt, jedoch mit dem Auto nicht zu erreichen ist. Aufgrund der Lage auf dem Felsen wurde daraufhin fälschlicherweise einfach das Nordkap zum nördlichsten Punkt erklärt.

Der „wirklich“ nördlichste Punkt

Auch wenn es meistens vor Ort nicht dunkel wird, wenn man diese Destination mit einem Kreuzfahrtschiff zu den angebotenen Reisezeiträumen besucht, kann es dennoch durch die windige Lage in den „Nachtstunden“ etwas kalt werden. Da das Fotoschießen leider noch nicht zur olympischen Disziplin gehört und nicht wirklich körpererwärmend ist, machten wir es uns kurz in der Nordkaphalle bequem. Im Erdgeschoss gibt es hier zahlreiche Sitzmöglichkeiten, sowie eine Information, einen großen Souvenirshop und ein Café.
Über das Treppenhaus gelangt man unten zum Post-Office und zum Kino mit dem Informationsfilm über das Nordkap. Wie es sich gehört, haben wir natürlich etwas für den Umsatz der Halle getan und uns ein paar Andenken gegönnt. Erreicht man mit seinen Einkäufen mindestens 300 NOK, hat man an der letzten norwegischen Destination die Möglichkeit sich die Steuern bei den Behördenmitarbeitern, die hierfür an Bord kommen, mit dem „tax free“ Formular zurückzuholen und ein paar Euro wieder gutzumachen.
Wer noch einen kleinen Snack zu sich nehmen möchte, sitzt sehr gemütlich im Café gegenüber des Souvenirshops. Da wir vorher einen kleinen Zufriedenheits-Fragebogen ausgefüllt hatten, gab es für uns ein Heißgetränk aufs Haus. Mit heißem Früchtetee und dem Blick aufs Eismeer hinter dem Globus lässt es sich aushalten. In nun etwas fortgeschrittenerer Zeit gingen wir noch einmal kurz nach draußen und hatten den Globus nun fast für uns allein.

Der Briefkasten 24/7 und die Übersichtstafel
Post-Office in der Nordkaphalle

Run, Rudolph

Gegen 03:00 Uhr machten wir uns schließlich auf zum Bus und mit diesem zurück Richtung Schiff. Aufgrund der Helligkeit waren wie bei der Hinfahrt auch nun wieder viele der dort lebenden Rentiere am Straßenrand zu sehen.

kleiner Ausreißer

Rundum-Sorglos Verpflegung

Um etwa halb vier morgens erreichten wir wieder das Hafengelände. Müde aufgrund des langen „Tages“, gingen wir wieder an Bord und fielen schlussendlich erschöpft ins Bettchen.
Positiv ist übrigens noch anzumerken, dass an Bord bis 04:00 Uhr eine Nordkap-Lounge hergerichtet wurde, Verpflegung mit Gulaschsuppe und Heißgetränken zum Anlass „Nordkap“ und Mitternachtssonne – eine tolle Idee des F&B Managers und der Crew.
Nach dem Aufstehen wurde extra ein Spätaufsteher-Brunch in vielen Restaurants bis 15:00 Uhr angeboten, parallel zu den Frühtsückszeiten und auch schon dem Mittagessen.
Für unseren Ausflug haben wir pro Person über die Reederei ca. 95,- EUR bezahlt, wobei der Transfer und der Eintritt zur Nordkaphalle inkludiert war.

Honningsvåg um ca. 03:30 Uhr

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